Makula-Degeneration: Symptome, Ursachen, Behandlung

Die Degeneration der Makula ist ein schleichender Prozess. Deshalb ist es umso wichtiger, schon die ersten Anzeichen wahrzunehmen und direkt zu handeln.

Die Degeneration der Makula ist eine altersabhängige Erkrankung auf der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens im Auge. Ihre Ursachen sind bedingt durch verschiedene Faktoren, sie wird begünstigt durch genetische Veranlagung als auch durch Umweltfaktoren wie Rauchen.
Im Verlauf kommt es zum Verlust des zentralen Sehfeldes. Bemerkbar macht sich diese Erkrankung meist schleichend durch die Wahrnehmung von welligen und verzerrten Linien. Degenerationsprozesse können nicht rückgängig gemacht werden, allerdings verlangsamt und stabilisiert. Deswegen ist die Beachtung von ersten Warnzeichen sehr wichtig.
 

Was passiert bei einer altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) im Auge?

Auf der Netzhaut ist die Makula („Makula lutea“: „gelber Fleck“) eine etwa fünf Millimeter große Stelle. Dort sind die Sehzellen sehr dicht angeordnet. Das im Auge eintreffende Licht kann an diesem Punkt mit besonders hoher Auflösung verarbeitet werden: Details der Umwelt wie Gesichter oder Schrift nehmen wir dank unserer Makula wahr. Dieses scharfe Sehen erzeugt die intensivsten Stoffwechselprozesse im Körper. Eine solche Leistung erfordert sowohl Sauerstoff- und Energieversorgung als auch die Beseitigung von Abbauprodukten des Stoffwechsels. Dafür sorgen die direkt unter der Netzhaut liegende Pigmentzellenschicht und die darunterliegende Aderhaut. Eine altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) ist auf gestörte Abläufe in diesen beiden Schichten zurückzuführen. 

Eine Patientin bei einer Untersuchung

Symptome einer altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD)

Wenn überhaupt, bemerken Betroffene zunächst eine verminderte zentrale Sehschärfe im Auge und Anpassungsstörungen an unterschiedliche Lichtbedingungen.
Beim Lesen erscheint der mittlere Bereich verschwommen oder Gesichter sind nicht richtig erkennbar. Wellige und verzerrte Linien sind ein Hinweis, der sich gut anhand des Amsler-Gitter-Test aufdecken lässt. Die Wahrnehmung eines schwarzen Flecks im Sichtfeld kann eine bereits fortgeschrittene Schädigung der Makula zeigen. In der Folge kann es durch die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) zum vollständigen Verlust der zentralen Sehschärfe (Verlust der Fähigkeit zu Lesen, Gesichter zu erkennen oder Auto zu fahren) kommen.
 

Wie lässt sich eine Erkrankung verhindern?

Die Bezeichnung altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) macht deutlich, dass sie sich aufgrund der langsamen Entwicklung erst bei Menschen nach dem 50. Lebensjahr bemerkbar macht.
So ist sie in den Industriestaaten die Hauptursache für schwere Sehbehinderungen bei Menschen über 50. Was ist der Grund dafür? - Die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut sind in der Makula besonders dicht beieinander (daher ist es die Stelle des schärfsten Sehens). Aus diesem Grund hat dieser Bereich der Netzhaut den höchsten Stoffwechselbedarf. Dies bedeutet sowohl die Zufuhr von Sauerstoff und anderen Substanzen als auch den Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechsels. Ist letzteres nicht mehr ausreichend gewährleistet, kommt es zu Ablagerungen von Material in den Pigmentzellen unter der Netzhaut, die die Versorgung der lichtempfindlichen Zellen sicherstellen. Weiter kommt es dann zur Ablagerung von Material zwischen den Pigmentzellen und der Aderhaut, meist mit der Bildung von sog. Drusen. Dies verschlechtert die Versorgung weiter, so dass sowohl Pigmentzellen als auch lichtempfindliche Zellen absterben. Als Reaktion entsteht im Gewebe der Wachstumsfaktor VEGF in überhöhtem Maß, dieser begünstigt die Entwicklung neuer, aber leider schädlicher Blutgefäße aus der Aderhaut (choroidale Neovaskularisation).

Diese krankhaften Veränderungen sind Alterserscheinungen, die grundsätzlich jeden irgendwann treffen würden. Erb- und Umweltfaktoren sind ausschlaggebend für den Zeitpunkt. Insbesondere Rauchen und starkes Übergewicht sind beeinflussbare Faktoren. Diabetes und Bluthochdruck begünstigen eine Makula-Degeneration und sollten deshalb gut eingestellt sein. 
Gute Nachricht: Tatsächlich sprechen wissenschaftliche Erkenntnisse dafür, dass bestimmte Nahrungsmittel eine funktionsfähige Makula fördern. Dazu gehören neben dem gelblichen Farbstoff Lutein, der sich unter anderem in Grünkohl und Spinat findet, auch antioxidative Vitamine und Spurenelemente. 

Unterschiede zwischen trockener und feuchter Makula-Degeneration

Aus einer trockenen Makula-Degeneration entwickelt sich bei ungefähr zehn bis fünfzehn Prozent der Patientinnen und Patienten eine feuchte AMD. Bei der trockenen Form bleiben die Schäden im Wesentlichen auf den Abbau von Pigment- und lichtempfindlichen Zellen (geographische Atrophie) beschränkt. Eine Sehstörung entwickelt sich langsam und ist erst im fortgeschrittenen Stadium ausgeprägt. Die feuchte AMD tritt auf, wenn sich durch die erhöhte Bildung des Wachstumsfaktors VEGF eine choroidale Neovaskularisation bildet. Diese führt zum Flüssigkeitsaustritt mit zentraler Abhebung der Netzhaut und Flüssigkeitseinlagerung in der Netzhaut, manchmal auch zu Blutungen unter die Netzhaut. Flüssigkeitseinlagerungen führen zu einer oft schnell fortschreitenden Sehverschlechterung, bei einer Blutung kann diese ganz plötzlich eintreten.

Behandlung der Erkrankung hat sich verbessert

Für die trockene altersbedingte Makula-Degeneration gibt es derzeit keine Behandlung. Die Minimierung von Risikofaktoren und ein gesunder Lebensstil sind deshalb die wirksamsten Mittel, um sich vor dieser Netzhauterkrankung am Auge zu schützen. 
Die Therapiemöglichkeiten der aggressiveren feuchten AMD haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. So ermöglicht ein chirurgischer Eingriff, Medikamente in den Glaskörper des Auges zu injizieren (intravitreale operative Medikamentapplikation (IVOM)). Diese fortschrittliche Methode der Netzhautchirurgie mit sogenannten VEGF-Hemmern reduziert die Bildung von Blutgefäßen, dichtet sie ab und verhindert so deren Flüssigkeitsabgabe. Für einen Therapieerfolg ist allerdings eine konsequente Behandlung oft über mehrere Jahre erforderlich. Langzeitstudien haben gezeigt, dass bei vielen Patienten über 10 Jahre das Sehvermögen erhalten werden kann. Innerhalb der letzten 15 Jahre seit Einführung der Medikamente ist daher die Erblindungshäufigkeit durch eine AMD um 70 % gesunken.

Manchmal durchbrechen bei einer feuchten AMD Blutungen die Netzhaut und gelangen in den Glaskörper im Auge. Im Rahmen einer Vitrektomie wird dann der Glaskörper entfernt, um eine gewisse Verbesserung des Sehens zu erzielen.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Bei einer feuchten Makula-Degeneration übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Anti-VEGF-Spritzen ins Auge oder eine notwendige Vitrektomie. Zudem auch die Kosten der Vor- und Nachsorgeuntersuchungen, wie beispielsweise mittels der optischen Kohärenztomographie (OCT).

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