Laserbehandlung am Auge

Eine Augenlaser-Behandlung gilt bei vielen Augen-Erkrankungen als erfolgversprechend und geeignet. Doch welche Methoden gibt es überhaupt und wie unterscheiden sie sich?

Eine Augenlaser-Behandlung gilt bei vielen Augen-Erkrankungen als erfolgversprechend und geeignet. Die extreme Präzision der Laser bringt insbesondere für Eingriffe am Auge, bedingt durch dessen fragile, durchsichtige Struktur, unübertroffene Vorteile mit sich. Ob LASIK-, Femto-LASIK oder andere Augen-Operationen - von leistungsstarken Augenlasern gestützt verlaufen Eingriffe noch präziser und gewebeschonender. Auch bei einer schwierigen, komplexen Augen-OP kommen meist Augenlaser zum Einsatz – je nach Anwendung wird auf unterschiedliche Lasertechniken zurückgegriffen.

Augenlasern bei Glaskörpertrübung

Der Glaskörper im Augapfel schrumpft im Laufe eines Lebens. Eiweißbestandteile und Fasern im Auge trennen sich voneinander, sodass kleine Verdichtungen, sogenannte „Floater“, die einen Schatten auf die Netzhaut werfen, im Auge entstehen können. Hebt sich der Glaskörper jedoch vollständig von der Netzhaut, verstärken sich die Trübungen. Bei diesen Symptomen der Glaskörpertrübung oder Lichtblitzen im Auge sollten PatientInnen unbedingt eine Untersuchung beim Augenarzt oder der Augenärztin durchführen lassen, da eine Ablösung der Netzhaut vorliegen kann, welche im schlimmsten Fall zur Erblindung führt.

Ein Netzhautriss und die störenden Schatten können durch eine Laser-Behandlung behoben werden. Die Netzhaut wird in einem kurzen, schmerzfreien Eingriff von etwa 20 bis 40 Minuten wieder „verschweißt“. Die Augenlaser-OP erfolgt unter örtlicher Betäubung durch Augentropfen. 
 

Lasern bei Diagnose Grüner Star

Liegt ein Grüner Star vor, handelt es sich um einen fortschreitenden Verlust von Sehnerven, der meist durch einen erhöhten Augeninnendruck entsteht. Ein bereits eingetretener Schaden am Sehnerv ist irreparabel, die Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks aber möglich.

Primär wird der Grüne Star medikamentös mit Augentropfen therapiert. Wirken diese nicht mehr ausreichend, kann ein Augenlaser-Eingriff den Erkrankten helfen. Ziel beim Lasern ist es, das im Augeninneren produzierte Kammerwasser und dessen Abfluss wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Je nach konkretem Stadium und Dringlichkeit der Behandlung erhält der Patient oder die Patientin die Augenlaser-Methode, die individuell geeignet ist. 

Laser-Eingriff bei Netzhaut-Veränderung durch Diabetes

Am Auge von PatientInnen, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, können Veränderungen der Blutgefäße der Netzhaut auftreten. Sollte bei einer augenärztlichen Kontrolle eine veränderte Gefäßstruktur auffallen, ist ein Eingriff mittels Augenlaser zeitnah anzuraten. 

Die Laser-Behandlung bei diabetischer Netzhautveränderung differenziert je nach konkreter Diagnose: Liegt eine Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte (diabetisches Makulaödem) vor, war früher nur ein Laser-Eingriff möglich. Mittlerweile ist die Behandlung mit Medikamenteneingaben oft wirksamer, nur in bestimmten Situationen ist eine Laserbehandlung nach wie vor sinnvoll. Das Lasern über die gesamte Netzhaut erfolgt bei krankhaften Gefäßneubildungen, um diese zurückzudrängen und eine Glaskörperblutung oder Netzhautablösung zu verhindern. 
Augenlasern bei diabetischer Netzhautveränderung dient jedoch nicht der Verbesserung der Sehschärfe, sondern minimiert das Risiko weiterer Komplikationen.
 

Augenlasern bei Gefäßverschluss der Netzhaut

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die einen Gefäßverschluss an der Netzhaut verursachen, z.B. Venen- oder Arterienverschluss, in deren Folge krankhafte Gefäßneubildungen der Netzhaut entstehen. Die auftretenden Komplikationen führen schlimmstenfalls zu Glaskörperblutungen oder zur Ablösung der Netzhaut. 

Durch die Augenlaser-Behandlung, Laserkoagulation genannt, werden die geschädigten Areale unter Aussparung der Makula, der Stelle schärfsten Sehens, punktuell vernarbt. So wird eine weiter von diesen Bereichen ausgehende Schädigung oder Gefäßveränderung verhindert.

Liegt eine Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte (Makulaödem nach Venenastverschluss) vor, war früher nur ein Laser-Eingriff möglich. Die Behandlung mit Medikamenteneingaben ist in den meisten Fällen jedoch mittlerweile wirksamer und hat den Laser weitgehend ersetzt. In bestimmten Situationen ist eine Laserbehandlung jedoch nach wie vor sinnvoll.

Lasern bei Netzhautloch

Im Zuge von Dehnungsveränderungen am Augenhintergrund können Löcher in der Netzhaut oder deren Vorstufe, der sogenannten Degenerationen, auftreten. Vor allem Menschen mit Kurzsichtigkeit sind überproportional betroffen. Teils sind Netzhautdegenerationen oder Netzhautlöcher aber auch Veranlagung oder treten als Folge einer Verletzung am Auge, z. B. durch einen Stoß, auf. Entwickelt sich daraus eine Ablösung der Netzhaut, können PatientInnen ohne zeitnahe Behandlung der Augen erblinden.

Umso wichtiger ist es, dieses Risiko zu minimieren und die betroffenen Stellen durch Lasern der Netzhaut zu versiegeln. Die Augenlaser-Behandlung verbessert also nicht das Sehvermögen, sondern schützt präventiv vor weiteren Komplikationen an Netzhaut und Auge. 
 

Eine augenärztliche Untersuchung

Femto-Lasern bei Diagnose Grauer Star

Immer öfter werden Grauer Star-Operationen unter Einbezug von einem Femtosekundenlaser vorgenommen. Äußerst exakt unterstützt der Augenlaser die AugenchirurgInnen, um die natürliche, getrübte Linse durch eine Kunstlinse zu ersetzen. 
Von der präzisen Eröffnung der Linsenkapsel zur langfristig stabilen und genauen Platzierung hochwertiger Kunstlinsen, dem Zugang zum Auge ohne Messer bis zur schonenden Zerkleinerung des getrübten Linseninhalts zur besseren Absaugung arbeitet der Laser mit einem technischen Höchstmaß an Präzision. PatientInnen profitieren von guten Resultaten für besseres Sehen. Oft verläuft beim Augenlasern auch die Heilung schneller als bei einem rein manuellen Eingriff, da die Laser-Behandlung sehr gewebeschonend ist.
 

Laserbehandlung bei Nachstar

Sollte es nach einer Grauen Star-Operation zum Eintrüben eines Häutchens hinter der Kunstlinse kommen, ist auch diese Sehverschlechterung durch einen schmerzfreien Laser-Eingriff zu beheben. Mit dem speziellen Nd:YAG-Laser wird eine Öffnung im Häutchen geschaffen, die wieder zu klarem, ungetrübtem Sehen führt. Eine weitere Augenlaser-Behandlung ist in der Regel nicht nötig.

Laser-Behandlung oder Bestrahlung bei Veränderung der Hornhaut

Verletzungen, Entzündungen oder angeborene Erkrankungen der Hornhaut können zu Narben oder Trübungen auf der sonst klaren Hornhaut führen. Liegen diese in der Sehachse, wird die Sicht stark eingeschränkt. Per Excimer-Laser lassen sich die Trübungen teilweise entfernen, allerdings nur, wenn die Veränderungen in den oberflächlichen Schichten der Hornhaut liegen. Man spricht von der Phototherapeutischen Keratektomie (PTK). Eine Augenlaser-Methode, die auch bei wiederkehrenden Hornhautabschürfungen zum Einsatz kommt. 

Eine Laser-Behandlung bei Keratokonus, der Vorwölbung der Hornhaut, ist nach aktuellem Stand hingegen nur in speziellen Situationen möglich. Vielmehr wird bei krankhaften Hornhaut-Veränderungen auf das Crosslinking-Verfahren zurückgegriffen. Dabei handelt es sich nicht um echtes Augenlasern, sondern um eine Bestrahlung der Hornhaut mit UV-A-Licht. Chemische Querverbindungen zwischen den Bindegewebe-Molekülen der Hornhaut führen zu einer stärkeren Vernetzung des Hornhaut-Gewebes. So kann das „Ausbeulen“ und Voranschreiten der Hornhaut-Veränderung und der Verlust der Sehschärfe in den meisten Fällen gestoppt werden.

Eine augenärztliche Operation

Augenlaser-OP bei Fehlsichtigkeit

Korrekturen einer Fehlsichtigkeit per Augenlaser sind heutzutage für viele Patienten ein bewährter Weg, um ein Leben ohne Brille zu erzielen. Augenlaser-Behandlungen sind bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, bei einer Verkrümmung der Hornhaut oder der Alterssichtigkeit sehr erfolgversprechend. Dank fortlaufender Forschung in der Augenheilkunde werden die unterschiedlichen Laserverfahren stetig verbessert. 

Eine häufig angewandte Augenlaser-Methode ist die LASIK-Behandlung sowie Femto-LASIK, die medizinische Weiterentwicklung der klassischen LASIK. Die Femto-LASIK-Behandlung, also die Augenlaser-OP kombiniert mit einem Femtosekunden-Laser und einem Excimer-Laser, wird vor allem bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eingesetzt. Femto-LASIK dauert nur wenige Minuten pro Auge. Bei einer gleichzeitig vorliegenden Alterssichtigkeit kann diese mit dem Verfahren der Monovision behandelt werden. 

Eine weitere Augenlaser-Methode bei Fehlsichtigkeit und zugleich das bislang am längsten angewendete Verfahren ist LASEK oder PRK, die Photoablative Refraktive Keratektomie. Diese Laser-Behandlung kommt speziell bei niedriger bis mittlerer Kurzsichtigkeit zum Einsatz sowie bei einer geringen Hornhautverkrümmung.

Alle Themen zur Laserbehandlung

Ein Untersuchungsgerät

Von leicht ausgeprägt bis stark einschränkend ist die Kurzsichtigkeit nicht nur mit der Brille, sondern auch auf operative Art korrigierbar. Ein Leben ohne Sehhilfe ist danach wieder möglich.

Eine augenärztliche Untersuchung

In jungen Jahren gleicht die eigene Linse eine Weitsichtigkeit recht gut aus. Im Alter kommen Betroffene dann meist nicht um eine Brille herum.

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Eine augenärztliche Untersuchung
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