Operationen am Auge

Fachkompetenz und ein höchstes Maß an Präzision vorausgesetzt, sind Operationen in vielen Fällen das wirksamste Verfahren bei unterschiedlichen Erkrankungen am Auge - dafür gibt es auch die verschiedensten Methoden.

Das vergleichsweise kleine Organ Auge ist in Funktion und Anatomie hochkomplex. Mikrochirurgische Eingriffe sind mittlerweile bewährte Verfahren der modernen Augenheilkunde. Fachkompetenz und ein höchstes Maß an Präzision vorausgesetzt, sind Operationen in vielen Fällen das wirksamste Verfahren bei unterschiedlichen Erkrankungen am Auge. Dank des heutigen Stands von Technik und Wissenschaft ermöglicht dies für den Patienten eine enorme Steigerung der Lebensqualität.

Operation des Grauen Stars (Katarakt-Operation)

Der Graue Star führt zu einer altersbedingten Eintrübung der Linse. Einzige Behandlungsmöglichkeit ist der Austausch der natürlichen Linse durch eine Kunstlinse im Rahmen eines mikrochirurgischen Eingriffs. Patienten haben die Wahl zwischen einer vielfach erprobten Standardlinse (Monofokallinse) oder einer Premiumlinse mit individuell angepassten Zusatzfunktion. Die Sehschärfe verbessert sich in jedem Fall deutlich. Die Premiumlinse bietet besonderen Sehkomfort und Komfort im Alltag.

Operation des Grünen Stars

Grüner Star entsteht durch zu hohen Augeninnendruck. Augentropfen oder Laserbehandlungen können in vielen Fällen eine ausreichende Senkung bewirken. Wenn dies nicht der Fall ist, kommt als Therapiealternative ein mikrochirurgischer Eingriff in Frage. Sowohl die Implantation eines Stents (winziges Implantat zur Unterstützung des Abflusses von Kammerwasser, von denen es mehrere für unterschiedliche Indikationen gibt), einen Trabekulotomie (Schaffen einer Abflussöffnung, Auftrennen des Trabekelwerks, verschiedene Techniken) als auch die Viskokanaloplastik (Mikrokatheter) verbessern den Abfluss des Augeninnenwassers, so dass der Augeninnendruck nachhaltig sinkt.

Korrekturen von Fehlsichtigkeiten

63,4 % der Erwachsenen in Deutschland tragen eine Brille. Viele Menschen wünschen sich allerdings ein Leben ohne dieses Hilfsmittel. Das muss schon seit einiger Zeit kein Wunschtraum mehr bleiben. Patienten haben die Wahl zwischen dem refraktiven Linsenaustausch und einer Laser-Behandlung. Eine neue Linse mit Zusatzfunktionen bewirkt die Korrektur von Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Die Behandlung mit Laser kommt nicht für alle Augen in Frage. Wann sie geeignet ist, klärt die Augenärztin oder der Augenarzt individuell ab.

Hornhauterkrankungen, Hornhauttransplantation

Verletzungen, Entzündungen oder eine Erkrankung der Hornhaut lassen dieses Organ zur Brechung des Lichts vernarben oder eintrüben. Um die Funktion der Hornhaut wiederherzustellen oder zu erhalten eignet sich je nach Diagnose die oberflächliche Abtragung von Hornhautgewebe im Rahmen der Phototherapeutischen Keratektomie (PTK), eine Hornautvernetzung mit Riboflavin (Crosslinking) oder die schichtweise (lamellierend) oder vollständige Hornhauttransplantation.

Ein Augenarzt bei einer Untersuchung

Intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM)

Verschiedene Netzhauterkrankungen wie die altersabhängige Makula-Degeneration, die Diabetische Retinopathie oder Gefäßverschlüsse der Netzhaut führen zu Neubildungen von Blutgefäßen unter oder vor die Netzhaut und zur Flüssigkeitsabgabe aus den Blutgefäßen. Entzündliche Erkrankungen (Uveitis) und zahlreiche seltenere Erkrankungen führen ebenfalls zu Flüssigkeitseinlagerungen in der Netzhaut. 
Diese Erkrankungen lassen sich heute erfolgreich durch die Eingabe von Medikamenten behandeln. Je nach Erkrankungen stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung.
Für einen Therapieerfolg ist bei den allermeisten Erkrankungen eine konsequente Behandlung - oft über mehrere Jahre - erforderlich. Langzeitstudien haben gezeigt, dass bei vielen Patienten über 10 Jahre das Sehvermögen erhalten werden kann. Innerhalb der letzten 15 Jahre seit Einführung der Medikamente ist daher die Erblindungshäufigkeit durch altersabhängige Makula-Degeneration oder Diabetische Retinopathie um 70% gesunken.

Netzhaut-Glaskörper-Operationen (Vitrektomie)

Verschiedene Erkrankungen betreffen den Glaskörper und die Grenze zwischen Netzhaut und Glaskörper. Bei Diabetischer Retinopathie kann es zu einer Blutung in den Glaskörper kommen. Degenerative Veränderungen können zur Entstehung eines Netzhautlochs mit Netzhautablösung, zur Ablagerung von Material auf der Netzhautoberfläche (epiretinale Gliose, Macula pucker) oder zur Entstehung eines Lochs in der Makula (Makulaforamen) führen.

Diese Erkrankungen können mit einer Vitrektomie in den allermeisten Situationen mit einer deutlichen Verbesserung der Sehbeschwerden behandelt werden. Der Glaskörper mit seinen Trübungen wird dabei entfernt und feine Instrumente erlauben eine gezielte Behandlung von Netzhautveränderungen.

Lidveränderungen

Chirurgische Eingriffe am Lid behandeln gut- oder bösartige Neubildungen, Fehlstellungen oder Augenlidsenkungen in meist ambulant durchgeführten Eingriffen. Ziele der Therapie sind die Korrektur und Verbesserung des krankhaften Zustands und ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis.

Bindehautveränderung

Operationen an der Bindehaut sind oftmals notwendig bei Verletzungen, Entzündungen sowie bei gut- oder bösartigen Neubildungen. Meist ambulant und unter lokaler Betäubung werden die Veränderungen entfernt und die Bindehaut mit feinsten Fäden geschlossen.

Schieloperationen

Wichtig zu wissen: Schielen behandlungsbedürftig. Besonders bei Kindern kann sich eine irreversible Sehschwäche (Amblyopie) daraus entwickeln. Bei Kindern ist nach intensiver Vorbehandlung oft eine operative Korrektur der Augenstellung sinnvoll. Bei Erwachsenen kann es nach Entzündungen oder Verletzungen zu Fehlstellungen kommen, die durch eine Operation korrigiert werden können. Die Schieloperation richtet sich auf die Augenmuskeln, die je nachdem gestärkt, verkürzt, geschwächt oder verlagert werden.

Eine augenärztliche Operation

Ästhetische Operationen

Der Alterungsprozess des Körpers ist schon früh an den Augen sichtbar. Hängende Augenlider, Tränensäcke oder Faltenbildung der Haut stören die Selbstwahrnehmung vieler Menschen. Eine mikrochirurgische Lidstraffung entfernt überschüssige Haut- und Fettpölsterchen und gibt der Augenpartie einen wacheren und frischeren Ausdruck zurück. Bei Botox-Behandlungen bewirkt eine gezielte Hemmung bestimmter Gesichtsmuskeln eine Entspannung und Glättung der Falten. Nach kleinen Injektionen des Medikamentes unter die Haut in den betreffenden Arealen zeigt sich innerhalb von 3 bis 14 Tagen seine Wirkung. Sie hält bis zu 7 Monate an und sollte für anhaltende Erfolge wiederholt werden.

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