Untersuchung des Sehnervs

Bestehend aus Millionen von Fasern, bedeutet eine Schädigung des Sehnvervs eine Bedrohung der Sehkraft bis hin zur Erblindung. Durch verschiedene Untersuchungen lassen sich frühzeitig Erkenntnisse zum Schutz des Sehnervs erlangen.

Der Sehnerv transportiert alle elektrischen Impulse von der Netzhaut an das Gehirn weiter. Er beginnt durch Zusammenführung der Nervenfasern der Netzhaut im Sehnervenkopf (Papille) am Augenhintergrund und tritt dort durch die Lederhaut des Auges aus. Bestehend aus Millionen von Fasern, bedeutet eine Schädigung dieser Nervenstruktur eine Bedrohung der Sehkraft bis hin zur Erblindung. Grüner Star fasst verschiedene Erkrankungen des Auges zusammen, die den Sehnerv schädigen. Mit den in der Folge vorgestellten Untersuchungen, lassen sich frühzeitig Erkenntnisse zum Schutz des Sehnervs erlangen.

Messung vom Augeninnendruck (Tonometrie)

Der Augeninnendruck bezeichnet den Druck, der im Augapfel besteht und die rundliche Form des Auges kontinuierlich stabilisiert. Diese Form ist Voraussetzung für die optimale Abbildung von Lichtstrahlen auf der Netzhaut. Erhöhter Augeninnendruck schädigt möglicherweise den Sehnerv durch eine verminderte Durchblutung, da das Blut gegen den Augeninnendruck in das Auge fließen muss. Eine Grüner Star-Erkrankung (Glaukom) kann die Folge sein. 

Die Augeninnendruck Messung dient der Früherkennung und Verlaufskontrolle bei der Behandlung des Grünen Stars. Es gibt mehrere Methoden, um den individuellen Augeninnendruck zu bestimmen. Meist nutzt die Augenärztin oder der Augenarzt zu diesem Zweck das Applanationstonometer. Auf diesem Gerät kann nach schmerzfreier Berührung der Augenoberfläche, der gemessene Augeninnendruck abgelesen werden. Ein gesundes Auge weist Normalwerte zwischen 10 bis 18 mmHg auf. Eine wichtige Rolle bei der Augeninnendruck-Bestimmung spielt zudem die Dicke der Hornhaut eines Menschen.
 

Hornhautdickebestimmung (Pachymetrie)

Die Messung der Hornhautdicke beeinflusst die Exaktheit und Aussagekraft der Messung vom Augeninnendruck. So wird der Augeninnendruck bei dickerer Hornhaut zu hoch, und bei dünnerer Hornhaut zu niedrig gemessen. Die Kenntnis der Hornhautdicke ist daher wichtig zur individuellen Beurteilung des gemessenen Augeninnendrucks.
Diese Untersuchung wird im Rahmen der Glaukom-Vorsorge oder bei Diagnose eines Glaukoms durchgeführt.
 

Eine augenärztliche Untersuchung

Gesichtsfeldbestimmung (Perimetrie)

Die Perimetrie vermisst systematisch das Gesichtsfeld. Im Normalfall dehnt es sich horizontal auf 170° und vertikal auf ca. 110° aus. Unter Mitwirkung der untersuchten Person ergibt sich das individuelle Gesichtsfeld anhand der Präsentation von optischen Reizen an verschiedenen Orten im Raum. Hierbei lassen sich durch Grünen Star oder andere Erkrankungen hervorgerufene Gesichtsfeldausfälle, sogenannten Skotome, feststellen. Ein für Patientinnen und Patienten deutlich einfacher zu bewältigendes Verfahren ist die Frequenz-Verdopplungs-Perimetrie. Gesichtsfeldausfälle sind besser erkennbar, indem mit einer präzisen Lichttechnik die für einen Glaukom-Schaden empfindlichen Nervenzellen direkt gemessen werden.

Untersuchung des Sehnervenkopfes und der Makula mit Schichtdarstellung (OCT)

Bei der optischen Kohärenztomografie (OCT) wird die Netzhaut und/oder der Sehnervenkopf mit einem schwachen Laserstrahl beleuchtet und die Reflektionen aus der Netzhaut erlauben die detaillierte Beurteilung der hochaufgelösten Netzhautstruktur. Da hierbei infrarotes Licht verwendet wird, blendet es nicht und auch Kinder lassen sich bereits gut damit untersuchen. Mit dieser Technik kann sowohl die Struktur des Sehnervenkopfes und der Makula detailliert untersucht werden, ergänzend erlauben viele Geräte auch eine Beurteilung weiterer peripher gelegener Netzhautveränderungen.

Beim Glaukom wird besonders auf die Dicke der Nervenfaserschicht um den Sehnervenkopf und in der gesamten Makula geachtet. Diese Technik erlaubt es auch, präzise in zeitlichen Abständen die Messung zu wiederholen und Veränderung an den gleichen Netzhautstellen exakt nachzuweisen, da das Programm auch geringe Änderungen darstellen kann.

3D-Sehnervenvermessung (HRT)

Der Heidelberg Retina Tomograph (HRT) erstellt eine 3D-Sehnervenvermessung, mit der die Erkrankung am Grünen Star oftmals vor einer bleibenden Sehschädigung festgestellt wird. Eine frühzeitige Therapie bewahrt in diesen Fällen vor schlimmeren Auswirkungen auf die Sehkraft. Über den Abgleich mit gesunden Augen zeigt der mikrometergenaue Laserscan vom Sehnervenkopf krankhafte Abweichungen des individuellen Untersuchungsergebnisses mit großer Sicherheit auf. Die gespeicherten persönlichen Ergebnisse ermöglichen die genaue Verlaufskontrolle bei der Behandlung des Grünen Stars. Die HRT-Vermessung kann vor irreversiblen Schäden durch Grünen Star schützen. Besonders Menschen mit bekanntem Grünen Star oder daran erkrankten Familienmitgliedern sollten sie nutzen. Bei Veränderungen des Sehnervs oder erhöhtem Augeninnendruck bietet dieses Verfahren die Möglichkeit zur frühzeitigen Behandlung.

Eine augenärztliche Untersuchung

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Die hier vorgestellten Untersuchungsmöglichkeiten gehören zu den aussagekräftigsten der modernen Augenheilkunde. Sie ermöglichen eine frühzeitige und optimal auf Patienten und Patientinnen abgestimmte Therapie. Für Menschen mit bekannten Risiken oder ab einem bestimmten Alter sind sie sehr zu empfehlen, auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten häufig nicht übernehmen.

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Ein Augenarzt bei einer Untersuchung
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