Was passiert bei einer Lähmung der Augenlinse?

Zykloplegie - Wenn die Augenlinse gelähmt ist

Eine Lähmung im Auge, also eine Zykloplegie, hört sich beängstigend an. Und dann wird sie manchmal sogar noch bewusst durch Augenarzt herbeigeführt. Warum? Und ist das gefährlich? Wir klären auf.

Damit’s richtig scharf wird

Unter dem sperrigen Begriff «Zykloplegie» versteht man eine Akkomodationslähmung, das heisst, eine vollständige Lähmung des Ziliarmuskels. Der Ziliarmuskel ist dafür verantwortlich, dass sich die Augenlinse an die jeweilige Entfernung anpasst und wir auf Entfernung und in der Nähe scharf sehen können. Wenn dieser Muskel vollständig gelähmt ist, wird die Sicht also nicht mehr scharf gestellt. Diese Lähmung der Augenlinse muss nicht dauerhaft sein – und manchmal wird sie von Ärzten sogar bewusst herbeigeführt.

Für tiefe Einblicke

Bei bestimmten augenärztlichen Untersuchungen sowie bei Operationen am Auge wird bewusst eine temporäre Akkomodationslähmung herbeigeführt. Einige werden dieses Prozedere selbst schon einmal erlebt und festgestellt haben, dass es relativ unspektakulär ist. Man sitzt im Wartezimmer und bekommt mehrmals Augentropfen in die Augen, bis man langsam merkt, dass das Lesen der Zeitschriften immer schwieriger wird.

Ein anderer Effekt dieser Augentropfen ist die Vergrösserung der Pupille. So kann der Augenarzt ungehindert ins Auge hineinsehen, ohne zu befürchten, dass sich die Pupille durch den Lichtstrahl zusammenzieht. Besonders Veränderungen am Augenhintergrund lassen sich so untersuchen. Bei einer Akkommodationslähmung durch Augentropfen bleibt die Sicht einige Stunden verschwommen – das Auto sollte also unbedingt zuhause bleiben. Und weil die Pupille nun auch nicht mehr das Sonnenlicht abschirmen kann, ist es ratsam, das Auge mit einer Sonnenbrille  zu schützen.

Genau hinschauen

Neben der künstlich herbeigeführten Lähmung der Augenlinse gibt es aber auch krankhafte Ursachen. Häufig tritt diese Lähmung in Zusammenhang mit einer Prellung des Auges oder einer Schädigung des Augenbewegungsnerven auf.

Auch Vergiftungen mit beispielsweise Blei oder übermässiger Alkoholkonsum können eine Zykloplegie zur Folge haben. Hinter einer Lähmung des Ziliarmuskels können aber auch andere, schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes, Hirnhautentzündung oder diverse Tumore stecken. Deshalb sollten die Symptome immer mit einem Facharzt besprochen werden.

Gezielt (be)handeln

Bei einer Zykloplegie, die durch Augentropfen herbeigeführt wurde, stellt sich das Scharfstellen von alleine wieder ein. Wird die Zyklopegie aber von einer Krankheit verursacht, gibt es keine universelle Behandlung. Wenn die Lähmung beispielsweise eine Folge einer anderen Erkrankung ist, kann eine Verbesserung nur durch eine gezielte Therapie der Krankheit erreicht werden. In jedem Fall ist es unbedingt notwendig, einen Augenarzt aufzusuchen. Erst dann kann festgestellt werden, ob die Zykloplegie reversibel ist oder nicht.

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