Katzenauge beim Menschen

Ein gespaltenes Auge - Das Kolobom

Farbige Linsen mit lustigen Motiven können für gewisse Anlässe lustig und ein Hingucker sein – auch spezielle Designs wie zum Beispiel Katzenaugen sind erhältlich. Doch was manche für Geld kaufen, haben andere von Natur aus – das Katzenaugen-Syndrom. Dieses kann durch ein Iriskolobom hervorgerufen werden.

Verschiedene Arten

Zuerst zur Worterklärung: Kolobom stammt aus dem Griechischen und heisst so viel wie «entfernter Teil». Der Begriff bezeichnet in der Medizin eine angeborene oder erworbene Spaltbildung im Bereich des Auges. Korrekterweise spricht man von einem okularen Kolobom, wobei es verschiedene Arten gibt:

  • das Lidkolobom
  • das Papillenkolobom
  • das Linsenkolobom
  • das Aderhautkolobom
  • das Iriskolobom

Das Iriskolobom ist die häufigste Form, weshalb sie im Folgenden etwas näher erläutert wird. Das Wort «häufig» ist in diesem Zusammenhang allerdings relativ zu versehen, denn ein Kolobom tritt im Allgemeinen äusserst selten auf. Gemäss Experten sind, je nach Land, nur höchstens ein bis neun Menschen von 100’000 davon betroffen.

Wie der Name verrät, wird bei einem Iriskolobom die Iris, auch Regenbogenhaut genannt, in Mitleidenschaft gezogen. Die Pupille, die sich in der Mitte der Iris befindet, ist nämlich nicht rund, sondern schlüssellochförmig und erinnert so an die Schlitzpupillen von Katzen.

Ursachen

​Grund für ein Kolobom ist, dass die Iris sich nicht richtig entwickelt hat. In den meisten Fällen ist die Spaltbildung angeboren. Dazu muss man wissen: Die Augen des Menschen entwickeln sich während der vierten und der 15. Schwangerschaftswoche. Kolobome jeglicher Art werden durch Störungen während dieser embryonalen Entwicklung verursacht. Die Augenbecherspalte schliesst sich während der Embryonalentwicklung nicht vollständig. Davon kann nur ein Auge betroffen sein (unilateral); es können aber auch beide Augen (bilateral) dieses Merkmal aufweisen.

Was die Störungen genau auslöst, ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass bestimmte Arzneimittel oder andere chemische Stoffe dafür verantwortlich sind, vor allem der Wirkstoff Thalidomid. Thalidomid erwies sich laut Experten als sehr gefährlich – es ist im Beruhigungsmedikament Contergan vorhanden, welches Ende der 50er und Anfang 60er Jahre Schwangeren als rezeptfreies Schlaf- und Beruhigungsmittel und gegen Übelkeit abgegeben wurde. Durch die Einnahme von Contergan kam es zu einer Häufung von schweren Fehlbildungen und gar zum Fehlen von Gliedmassen und Organen bei Neugeborenen. Zudem kam es zu einer unbekannten Zahl von Totgeburten.

Ebenfalls als Auslöser für Kolobome gelten ein paar erblich bedingte Faktoren wie das bereits erwähnte Katzenaugen-Syndrom. Es gibt aber noch mehr, beispielsweise Trisomie 3, das Cohen, Lenz- und das CHARGE-Syndrom.

In seltenen Fällen tritt ein Kolobom im Erwachsenenalter auf. Ursachen sind dann meist Gewalteinwirkung oder Unfalltraumata.

Symptome und Behandlung

Inwiefern sich ein Kolobom auf das Sehvermögen auswirkt, hängt davon ab, an welcher Art der Betroffene leidet und wie gross der Übeltäter ist. Menschen mit einem Iriskolobom klagen oft, dass sie grelles Licht nicht gut vertragen. Papillenkolobome, die den Sehnervenkopf betreffen, und solche, die sich im Augenhintergrund auf der Aderhaut oder der Netzhaut befinden, können gar einen Gesichtsfeldausfall zur Folge haben. Des Weiteren können Kolobome Netzhautablösungen, Glaukome oder Schielen auslösen. Im schlimmsten Fall führen sie zur Blindheit des erkrankten Auges.

Leider gibt es keine Heilung. Es kann höchstens versucht werden, die mit der Krankheit einhergehenden Beschwerden zu lindern. Wer möchte, kann beim Iriskolobom die falsch entwickelte Pupille mit einer Kontaktlinse kaschieren. Doch etwas sollte nicht ausser Acht gelassen werden – das «Katzenauge» fällt auf, es ist ein besonderes Merkmal und einzigartig.

Ihre Gesundheit im Fokus: Weitere Themen

Der Frühling kommt - und damit die Pollenflugzeit. Wir geben Allergikern Tipps und Tricks, wie Sie Ihren Augen in dieser Zeit unterstützen können.

Das trockene Auge, auch Sicca-Syndrom genannt, ist eine chronische Krankheit und kann die Sehfähigkeit verringern. Doch wie kommt es dazu? Lesen Sie hier Wissenswertes über die Diagnostik, die Behandlung und darüber, was Sie tun können.

Ein Untersuchungsgerät

Von leicht ausgeprägt bis stark einschränkend ist die Kurzsichtigkeit nicht nur mit der Brille, sondern auch auf operative Art korrigierbar. Ein Leben ohne Sehhilfe ist danach wieder möglich.