BMS - biomechanische Muskelstimulation am Auge

Die biomechanische Muskelstimulation (kurz: BMS) ist ein bewährtes Verfahren zur Behandlung unterschiedlichster muskulärer Probleme. Relativ neu ist die Anwendung am Auge zur Therapie von Sehstörungen, u.a. auch der Altersweitsichtigkeit, der Presbyopie.  

Was sind die Grundlagen der BMS?

Die Augenmuskulatur ist genau wie alle anderen Muskeln mit der BMS behandelbar. Muskelveränderungen im Alter und unter Dauerbelastung können vielfältige Sehprobleme verursachen. Die Augensind in einem hoch komplexen Muskelsystem (6 Muskeln pro Auge) in der Augenhöhle „aufgehängt“. Hinzu kommen noch zusätzliche Muskeln für die Fern/Naheinstellung , die ringförmig um die Linse herum angelegt sind. Das sind 14 Muskeln, die vom Gehirn in ihrem Zusammenspiel auf das Feinste koordiniert werden müssen, damit trotz der „Hängelage“ ein entspanntes, scharfes und doppelbildfreies Sehen in allen Entfernungen gewährleistet ist!

Ab dem  Alter um die 40 merken die meisten Menschen die physiologische Veränderungen, die dazu führen, dass es jenseits dieses Alters keine Hochleistungssportler mehr gibt. Es kommt zur Abnahme der Muskelkraft, der Schnelligkeit und der Elastizität. Dies ist gerade auch der Zeitraum, in dem der normalsichtige Mensch seine erste Lesebrille bekommt. Die Augen verlieren um diese Zeit herum langsam die Kraft, sich auf nahe Gegenstände scharfzustellen.

Die  „Alterssichtigkeit“ oder Presbyopie macht aber nicht nur das Verschwommensehen in der Nähe aus, sondern auch eine Einschränkung des „dynamischen Sehens“, d.h.bewegte Objekte erscheinen beim ersten Blick unscharf, man muss zweimal hinschauen. Stillstehende Objekte sieht man hingegen schnell scharf. Das fällt besonders auf beim Autofahren beim Lesen der Schilder, oder wenn man auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Gesichter nicht mehr so schnell erkennt.

Aber auch in jüngeren Jahren führen die zunehmenden Tätigkeiten am PC oder der zunehmende Freizeitverbrauch am TV oder Smartphone zu Fehlhaltungen des Rückens und chronischer Überlastung der Skelett- und Augenmuskeln. In der Folge kommt es zu Funktionseinschränkungen und Schmerzen im Rücken und Kopf sowie zu Sehstörungen. Oft werden diese oft vielfältigen Beschwerden vorschnell mit einer Brille (Computerbrille) versorgt, statt die eigentliche Ursache zu beheben.

Wo liegt der Ursprung der BMS?

Die biomechanische Muskelstimulation (BMS) ist seit den 70-er Jahren bekannt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden russischen Wissenschaftler Nasarov und Spivak diese Methode für den therapeutischen Einsatz im Spitzensport entwickelt.

Die BMS wurde zunächst an den bedeutenden Tanztheatern (Bolschoi-Ballett in Moskau und Kirow-Ballett in St.Petersburg) eingeführt. Die Verletzungsanfälligkeit der Tänzer lag mit dieser Methode trotz höherer Trainingsforderungen statistisch deutlich unter dem internationalen Durchschnitt. Sowjetische Weltmeister im Turnen und weitere sehr erfolgreiche Sportler in den verschiedensten Disziplinen verwendeten die BMS im Training und in der Therapie von Sportverletzungen.

Das nur wenige Minuten pro Tag dauernde Training mit der BMS übertrifft das herkömmliche Training mit den oft langen Trainingszeiten bei weitem, sogar mit reduziertem Verletzungsrisiko. Neben dem Einsatz im medizinischen und sportlichen Bereich gibt es auch in der Kosmetik hervorragende Erfolge.

Wie funktioniert die BMS?

Auch ohne Belastung vibrieren Muskeln ständig mit unregelmäßigen Schwingungen. Durch diese Bewegungen kann der Körper die Muskeln erwärmen und die Blutzirkulation anregen. Am Maximum der Muskelleistung entstehen im Gegensatz zum Ruhetonus aber regelmäßige Vibrationen der Muskelfasern, die als „Aktivitätstremor“ bezeichnet werden.

Der durch den Aktivitätstremor verstärkte Blutfluss führt zu einer verbesserten Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen und damit zu einer Beschleunigung des Stoffwechsels und zum Muskelaufbau. Gleichzeitig werden die Gefäße gereinigt, indem sich Ablagerungen und altes Gewebe auflösen.

Die Wirkung der biomechanischen Muskelstimulation beruht ausschließlich auf der Nachahmung dieser von der Natur vorgegebenen Vorgängen, nämlich mechanisch erzeugter Schwingungen, die unter kontrollierten Bedingungen gezielt auf den Körper einwirken.

Die Schwingungen werden in Amplitude und Frequenz je nach Indikation vom Therapeuten moduliert und lösen im Körper Reaktionen aus wie sie sonst nur unter Einsatz von Reizstrom, aufwändigen physikalischen Therapien, intensiven Trainingseinheiten und Medikamenten mit allen ihren Nebenwirkungen erreichbar wären.

Neben der direkten Muskelstimulation kommt es durch die BMS zu einer deutlichen Entschlackung der Zwischenzellsubstanz, was zur Folge hat, dass alle Stoffwechselvorgänge (Energiegewinnung in den Mitochondrien, Erregungsleitung, Rückgewinnung der Elastizität) wieder besser funktionieren und es so zu einer Verjüngung des Gewebes kommt. Gerade hierdurch entstehen auch die guten kosmetischen Effekte.

Die biomechanische Muskelstimulation stellt ein hocheffizientes Training dar, das die Möglichkeiten eines normalen Trainings um ein 10 – 100 faches überschreitet.

BMS - Wo wird sie angewendet?

  • Altersweitsichtigkeit
  • "office-eye-Syndrom"
  • latente Stellungsfehler
  • Kurzsichtigkeit
  • Weitsichtigkeit
  • Trockene Augen
  • Lidrandentzündungen
  • "Fältchen" im Augenbereich

Experte gesucht? Wir sind für Sie vor Ort.

Viele weitere Infos zur biomechanische Muskelstimulation am Auge erhalten Sie in der OSG Augenpraxis Rheda-Wiedenbrück.

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