Aderhautmelanom - Ursachen und Symptome von Augenkrebs

"Davon kriegt man ja Augenkrebs!"

Im Gegensatz zu den häufigsten Krebserkrankungen von Lunge, den Verdauungsorganen oder etwa der Haut hört man von Tumoren rund ums Auge deutlich seltener. Vielen scheint gar nicht bewusst zu sein, dass man tatsächlich an Augenkrebs erkranken kann. Neben Tumoren am Augenlid, die strenggenommen noch zu den Hauttumoren zählen, besteht auch die Gefahr an einem Retinablastom oder einem Aderhautmelanom zu erkranken.
Das Aderhautmelanom ist die häufigste Form von Augenkrebs. Bei diesem «uvealen Melanom» handelt es sich, wie der Name schon sagt, um einen Tumor der Aderhaut.

Gut oder bösartig?

Wie bei allen Tumoren gilt es auch hier zwischen benignen, also gutartigen, und den malignen, bösartigen Tumoren zu unterscheiden. Anders als die Bezeichnung des Tumors vielleicht erwarten lässt, hat das Aderhautmelanom genetisch jedoch nur wenig mit dem Hautmelanom gemeinsam. Dennoch handelt es sich, wie bei Muttermalen oder Leberflecken, um pigmentierte Zellen in der Aderhaut. Sie liegt zwischen der Lederhaut und der Netzhaut. Die Aderhaut umgibt das gesamte Auge, mit Ausnahme einer kleinen Aussparung im Bereich der Pupille.

Beim Aderhautmelanom handelt es sich um eine Tumorart, die sich direkt im Auge entwickelt. Ein bösartiger Tumor kann durch Streuung andere Regionen des Körpers befallen und dort Metastasen, sogenannte Tochtergeschwülste, ausbilden. Diese können, je nach Grösse, teilweise erst später, wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, entdeckt werden. Deshalb sind regelmässige Kontrolltermine beim Arzt sehr wichtig, auch wenn die Erst-Behandlung bereits abgeschlossen ist.

Augenkrebs: Was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten?

Das Aderhautmelanom entwickelt sich aus einem Aderhautmuttermal. Daher ist es wichtig, Aderhautmuttermale regelmässig durch den Augenarzt kontrollieren zu lassen. Er schaut, ob sich das Aderhautmuttermal verändert hat.

Noch vor 100 Jahren wurde bei einem Aderhautmelanom das betroffene Auge entfernt. Noch heute ist in besonders schweren Fällen eine sogenannte Enukleation nötig. Abhängig von deren Grösse und Lage werden Aderhautmelanome jedoch meistens vorerst durch eine Strahlentherapie behandelt, um den Tumor zu zerstören und das Auge, sowie bestenfalls einen Teil des Augenlichtes, zu erhalten.

In anderen Fällen ist auch die chirurgische Entfernung des Tumors aus dem Auge eine Möglichkeit. Der Erfolg der Behandlung hängt davon ab, was für ein Augentumor vorliegt, ob bereits Metastasen vorhanden sind und welche Therapien angeboten werden können.

Augen unter die Lupe nehmen

Einen Tumor mit dem blossen Auge zu erkennen, ist zwar nicht unmöglich, aber dennoch nicht leicht. Selbst Ärzte müssen das Auge mit einem Ophthalmoskop untersuchen – dieses kommt bei Routineuntersuchungen zum Einsatz. Entdeckt der Augenarzt dabei etwas auffälliges, gibt es auch die Möglichkeit einer Ultraschalluntersuchung des Auges. Sie ähnelt der Untersuchung bei Schwangerschaften, nur dass dabei ein deutlich kleinerer Schallkopf auf das Auge aufgesetzt wird. Eine andere Form einen möglichen Tumor im Auge zu untersuchen bietet die Optische Kohärenztomographie, kurz OCT. Auch wenn die Bezeichnung Parallelen zur Computertomographie aufweist, bei der innenliegende Verletzungen durch Röntgenstrahlungen sichtbar gemacht werden sollen, wird bei der OCT keine Strahlung verwendet. Die Netz- und Aderhaut werden durch einen harmlosen Laser gescannt – völlig schmerzfrei.

Überwiegend betroffen sind Personen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren und es besteht eine Assoziation, dass hellhäutige Menschen häufiger ein Aderhautmelanom bekommen, als dunkelhäutige. Durch regelmässige Kontrolltermine beim Augenarzt stehen die Chancen jedoch sehr gut, dass ein Aderhautmelanom früh erkannt und erfolgreich behandelt werden kann.

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