Weitsichtigkeit: Symptome, Ursachen, Behandlung

In jungen Jahren gleicht die eigene Linse eine Weitsichtigkeit recht gut aus. Im Alter kommen Betroffene dann meist nicht um eine Brille herum.

Die Weitsichtigkeit (Hyperopie) lässt das Auge in der Ferne scharf sehen. In der Nähe sehen Betroffene ein unscharfes Bild. Wie bei Kurzsichtigkeit handelt es sich um eine Störung der Brechkraft des Auges. Das ist im Alltag oft lästig. Schwierigkeiten beim Lesen können zu Kopf- oder Augenschmerzen führen. In jungen Jahren gleicht die eigene Linse eine Weitsichtigkeit recht gut aus. Im Alter kommen Betroffene dann meist nicht um eine Brille herum.

Warum ist ein Auge weitsichtig?

Bei Weitsichtigkeit entsteht die Fehlsichtigkeit, weil das einfallende Licht im Auge erst hinter der Netzhaut fokussiert wird. Ein Grund für Hyperopie ist ein Augapfel, der im Verhältnis zur Brechkraft vom Auge zu kurz ist (Achsenhyperopie). Seltener kommt es vor, dass die Brechkraft des Systems von Hornhaut, Linse und Glaskörper zu gering ist (Brechungshyperopie). Der zu kurze Augapfel ist meist angeboren, macht aber normalerweise erst im höheren Alter Probleme. So steigt die Zahl der Betroffenen von 6,4 % in der Altersgruppe 25-30 Jahren auf 31,2 % bei den 55 bis 59-Jährigen. Grundsätzlich ist der regelmäßige Besuch bei der Augenärztin oder dem Augenarzt auch bei bereits diagnostizierter Hyperopie wichtig. Denn ist ein zu kurzer Augapfel die Ursache, besteht ein erhöhtes Risiko für den Grünen Star.
 

Eine Patientin bei einer Untersuchung

Weitsichtigkeit im Alter ausgeprägter

Die Bündelung des Lichts im Auge hinter der Netzhaut kompensieren Weitsichtige jüngeren Alters mit der Aktivität des Ziliarmuskels zur Einstellung der Linse. Die sogenannte Akkommodation funktioniert bei der Sicht in die Ferne lange sehr gut. Nicht so auf kurze Distanz. Hier sehen Betroffene zunehmend ein unscharfes Bild. Hinzu kommt, dass bei allen Menschen im Laufe des Lebens mit der Elastizität der Linse auch deren Einstellfähigkeit abnimmt. Die daraus resultierende Alterssichtigkeit hat zur Folge, dass viele Menschen ab Mitte 40 zum Lesen eine Brille benötigen. Weitsichtige müssen früher zur Brille greifen, da ihre Fehlsichtigkeit durch die Alterssichtigkeit <Link_Alterssichtigkeit> verstärkt wird. 

Grad der Weitsichtigkeit

Mit einem Sehtest und einer Refraktionsbestimmung lässt sich die Hyperopie am Auge feststellen. Angegeben wird der Grad der Fehlsichtigkeit in Abgrenzung zur Myopie mit positiv aufsteigenden Dioptrien Brechwerten. Höhergradige Weitsichtigkeit, ab etwa drei Dioptrien, macht sich bei Kindern oftmals durch Schielen nach innen bemerkbar. Erwachsene berichten oft von Alltagsbeschwerden. Wer ständig sein Auge anstrengen muss, um die Sicht scharf zu stellen, leidet häufig unter Augenschmerzen, brennenden Augen und Kopfschmerzen. Weitsichtigkeit zeigt sich bei Betroffenen durch das Zusammenkneifen der Augen, Blinzeln oder Lesen mit ausgestrecktem Arm. 
Besteht zusätzlich zur Hyperopie eine Hornhautverkrümmung am Auge, wirkt sich das auf die Wahl der Behandlungsmethode aus.
 

Behandlungsmöglichkeiten der Hyperopie – geht es auch ohne Brille?

Ziel der Behandlung einer Hyperopie ist die Brechkraft des Auges so zu erhöhen, dass die auftreffenden Lichtstrahlen nicht hinter, sondern auf der Netzhaut gebündelt werden. Bei einer Brille oder Kontaktlinse geschieht dies durch Sammellinsen. So sehen Betroffene beim Blick in die Ferne auch ohne Akkommodation wieder ein scharfes Bild. Jedoch wünschen sich viele Menschen ein Leben ohne Sehhilfe. 

Laser oder Linse?

Die Korrektur von Weitsichtigkeit bis maximal +3 Dioptrien mittels Laser ist nach der LASIK-Methode (Kurzform für Laser-in situ-Keratomileusis) möglich. Voraussetzung aber ist ein Auge mit ausreichend dicker Hornhaut. 

Weitere Möglichkeiten sind der Austausch der Linse bei Weitsichtigkeit über +4 Dioptrien oder die dauerhafte Implantation einer Linse ins Auge. Bei ausgeprägter Weitsichtigkeit erzielt der ambulante Eingriff sehr gute Behandlungsergebnisse. Für Patientinnen und Patienten, die ihre Lebensqualität bei Alterssichtigkeit verbessern möchten, bieten sich Multifokallinsen an. Phake Interokularlinsen (ICL) erlauben eine Korrektur starker Weitsichtigkeit, wenn eine Augenlaserbehandlung nicht möglich ist. 
 

Eine Patientin bei einer Untersuchung

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse

Die Untersuchungen zur Messung der Sehschwäche übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen. Die Kostenübernahme für eine Brille bzw. die Brillengläser beschränkt sich allerdings auf bestimmte Fälle. So haben Erwachsene beispielsweise erst ab +6,25 Dioptrien einen Anspruch auf Kostenzuschuss, bei Vorliegen einer Hornhautverkrümmung ab -4,25 Dioptrien oder wenn die maximale Sehschärfe am besseren Auge nicht besser als 0,3 ist. 
Für Kinder und Jugendliche zahlt die Krankenkasse die Brillengläser bis sie 18 Jahre alte sind. 
Restriktiver ist die Lage bei der Erstattung geeigneter Kontaktlinsen. Hier gelten bestimmte Voraussetzungen für eine Kostenübernahme, zum Beispiel, dass die Versorgung mit den Kontaktlinsen medizinisch zwingend erforderlich ist.

Für eine operative Korrektur der Fehlsichtigkeit tragen Patientinnen und Patienten die Kosten in der Regel ebenfalls selbst. Teilweise können über private Krankenversicherungen Ansprüche geltend gemacht werden. Einen Austausch der Linse bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Vorrausetzungen. 

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Eine Patientin bei einer Untersuchung
Ein Augenarzt bei einer Untersuchung

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