Interview mit Frau Dr. med. Brinks

1. Was hat Sie dazu bewegt, sich auf Uveitis zu spezialisieren?

Dr. med. Brinks: Entzündliche Augenerkrankungen stellen eine komplexe Schnittstelle zwischen der Augenheilkunde und verschiedenen anderen Fachbereichen der Medizin da. Der Weg zur Diagnose und somit auch zur korrekten Behandlung der Patienten ist mitunter herausfordernd. Eine korrekte klinische Einordnung und zielgerichtete Diagnostik sind jedoch wesentlich, um den Leidensweg der Patienten zu verkürzen und einen möglicherweise drohenden systemischen Schaden zu verhindern. Üblicherweise wird die umfangreiche Diagnostik in Augenkliniken und Universitäts-Augenkliniken angeboten. Es war mir daher aufgrund meines eigenen Interesses an den Krankheitsbildern wichtig, den Patienten auch eine heimatnahe Betreuung zu ermöglichen.

2. Welche Patientinnen und Patienten profitieren besonders von einer spezialisierten Betreuung?

Dr. med. Brinks: Bei Patienten mit chronischen Uveitisformen ist die kontinuierliche Betreuung durch einen augenärztlichen Spezialisten Voraussetzung dafür, dass Langzeitfolgen mit Sehbedrohung möglichst vermieden werden durch eine Leitlinien-gerechte Stufentherapie. Diese kann oft nur in Kooperation mit Kollegen anderer Fachrichtungen erfolgen, die die Patienten aufgrund derselben Grunderkrankung behandeln.

3. Was zeichnet die Uveitis-Sprechstunde in Erkelenz aus?

Dr. med. Brinks: In Erkelenz bieten wir im niedergelassenen Bereich zum Einen die laborchemische Diagnostik an und können zum Anderen bereits notwendige weitere diagnostische Maßnahmen bahnen und bei Notwendigkeit auch eine rheumatologische Vorstellung vermitteln. In enger Zusammenarbeit mit den allgemeinmedizinischen oder rheumatologischen Kollegen können die Uveitis-Patienten in Erkelenz auch mit Biologica versorgt werden, was im niedergelassenen Bereich ein Alleinstellungsmerkmal darstellt

4. Welche Entwicklungen in der Uveitis-Therapie stimmen Sie besonders optimistisch?

Dr. med. Brinks: Durch das Angebot der zusätzlichen Qualifikation "Uveitis" durch die DOG sehe ich einer zukünftigen heimatnäheren Versorgung der Patienten positiv entgegen. Die Entwicklung neuer Biologica, die verschiedene Signalwege der Immunantwort als Ziel haben, ist gerade für Therapieversager der klassischen Biologica eine wichtige Chance, um die Sehfähigkeit über Jahre der Erkrankungsdauer aufrecht zu erhalten und die Lebensqualität der Patienten zu sichern.

Bei Fragen zum Thema Uveitis helfen wir Ihnen gerne weiter: 

augenzentrum-erkelenz@osg.de